Die kurze Antwort: Läuft Ihre Photovoltaik-Anlage ohne Eintrag im Marktstammdatenregister, holen Sie die Registrierung so schnell wie möglich nach — sie ist gesetzliche Pflicht, die Frist beträgt einen Monat ab Inbetriebnahme. Zusätzlich braucht die Anlage eine Anmeldung beim Netzbetreiber und ein Messprotokoll. Solange die Registrierung fehlt, darf der Netzbetreiber die Einspeisevergütung einbehalten.
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Autor: Maciej Mikoluszko, Diplom-Ingenieur Elektrotechnik, ENELAN GmbH Hamburg
Zwei Anmeldungen, die oft „vergessen“ werden
Eine PV-Anlage braucht zwei getrennte Dinge: die Anmeldung beim Netzbetreiber (in Hamburg: Stromnetz Hamburg) — eigentlich vor der Inbetriebnahme, durch den Elektrofachbetrieb — und den Eintrag ins Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur, spätestens einen Monat nach Inbetriebnahme. Dazu kommen ein Zweirichtungszähler und die Protokolle: Inbetriebnahmeprotokoll und Messung nach DIN VDE 0100-600.
Genau diese Schritte lassen manche Billig-Montagen aus — die Module liegen auf dem Dach, der Wechselrichter läuft, aber formal existiert die Anlage nicht. Die Folgen tragen nicht die Monteure, sondern Sie: Die Einspeisevergütung darf einbehalten werden, solange der MaStR-Eintrag fehlt, und für den Zeitraum ohne Registrierung kann sie dauerhaft verloren sein. Beim Zählertausch fällt die Anlage auf, und im Schadensfall fragt die Versicherung zuerst nach den Unterlagen.
PV nachträglich anmelden: Schritt für Schritt
- Prüfen, ob die Anlage registriert ist. Das Marktstammdatenregister ist öffentlich durchsuchbar (marktstammdatenregister.de) — suchen Sie nach Ihrer Adresse. Kein Eintrag? Dann gilt: nicht warten.
- MaStR-Eintrag nachholen. Die Registrierung läuft online bei der Bundesnetzagentur und ist ohne Gebühr — das können Sie selbst erledigen. Sie brauchen die technischen Daten der Anlage (Leistung, Inbetriebnahmedatum, Wechselrichter). Fehlen Ihnen die Daten, ermitteln wir sie bei der Bestandsaufnahme.
- Anmeldung beim Netzbetreiber nachholen. Die technische Anmeldung samt Inbetriebnahmeprotokoll reicht der Elektrofachbetrieb bei Stromnetz Hamburg ein. Dabei wird auch geklärt, ob das Messkonzept passt.
- Zähler prüfen. Eine einspeisende Anlage braucht einen Zweirichtungszähler. Dreht Ihr alter Zähler noch rückwärts, ist das kein Bonus, sondern ein Problem — der Zählertausch läuft über den Messstellenbetreiber.
- Messen und dokumentieren. Messung nach DIN VDE 0100-600, Inbetriebnahme- und Messprotokoll in Ihre Unterlagen. Damit ist die Anlage technisch und formal sauber — für Vergütung, Versicherung und einen späteren Verkauf des Hauses.
Sonderfall Balkonkraftwerk
Für Steckersolargeräte bis 800 Watt gilt seit 2024 das vereinfachte Verfahren: Es genügt der Eintrag im Marktstammdatenregister — die separate Anmeldung beim Netzbetreiber entfällt. Wichtig bleibt auch hier der Zähler: Ein rücklaufender Ferraris-Zähler wird vom Messstellenbetreiber getauscht. Alles darüber — also die klassische Dach-Anlage — braucht den vollen Weg über Netzbetreiber und Fachbetrieb.
Häufige Fragen
Kann ich den MaStR-Eintrag selbst machen?
Ja. Der Eintrag im Marktstammdatenregister ist ein Online-Formular der Bundesnetzagentur und ohne Gebühr. Die technische Anmeldung beim Netzbetreiber dagegen läuft über den eingetragenen Elektrofachbetrieb — beides zusammen macht die Anlage formal sauber.
Bekomme ich die einbehaltene Vergütung nachgezahlt?
Darauf sollten Sie nicht bauen: Für den Zeitraum ohne Registrierung kann die Vergütung dauerhaft verloren sein. Jeder Monat Wartezeit kostet also bares Geld — die Nachregistrierung ist der schnellste Weg, den Schaden zu begrenzen.
Meine Anlage wurde von einer Firma montiert, die es nicht mehr gibt — was nun?
Kein seltener Fall. Wir nehmen den Bestand auf, ermitteln die technischen Daten, messen die Anlage durch und holen beide Anmeldungen nach. Dass die ursprüngliche Firma verschwunden ist, ändert am Weg nichts — nur an der Frage, wer die Nacharbeit hätte bezahlen müssen.
Was kostet die Nachmeldung?
Der MaStR-Eintrag selbst: nichts außer Zeit. Für Bestandsaufnahme, Messung, Netzbetreiber-Anmeldung und eventuelle Nachbesserungen nennen wir Ihnen nach einem kurzen Telefonat einen Festpreis — vorher, nicht hinterher.
PV läuft, Papiere fehlen? Wir bringen das in Ordnung.
Unser Pfusch-Check für Photovoltaik: Bestandsaufnahme, Messung nach DIN VDE 0100-600, Marktstammdatenregister, Netzbetreiber-Anmeldung und komplette Dokumentation — zum Festpreis. Direkt erreichbar: +49 176 3691 0477. Sie planen erst noch? So bauen wir Solaranlagen von Anfang an richtig: Photovoltaik & Speicher Hamburg.